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Hörbuchrezension: Silo | Hugh Howey

Dienstag, 12. April 2016







 Preis € 10,95 / CHF 20.95
 Anzahl 8 CD's
 Laufzeit 570 Minuten 
 Meine Wertung 4/5
 Verlag OSTERWOLDaudio bei Hamburg HHV GmbH




Handlung


Die Erde ist unbewohnbar geworden, seit Generationen leben die Menschen in unterirdischen Silos. Was aber, wenn die Verwüstung der Erde nur eine Lüge ist? Als Sheriff Holston sich nach dem Tod seiner Frau entschließt, den Silo zu verlassen, ist das der dramatische Beginn einer neuen Zeitrechnung. 
Howeys verstörende Zukunftsvision ist rasanter Thriller und kluger Gesellschaftsroman in einem. Silo handelt von Lüge und Manipulation, Loyalität, Menschlichkeit und der Tragik, gesellschaftliche Regeln nicht zu hinterfragen.


Was ich dazu sage... 

Die Dystopie von Hugh Howey hat mich sofort in ihren Bann gezogen. Anfangs war ich skeptisch, da ich viele Reviews gelesen habe und einige davon ziemlich schlecht ausgefallen sind.

Bemängelt wurde unter anderem der Schreibstil und das Fehlen von verschiedenen Schauplätzen. Trotzdem wollte ich dem Hörbuch eine Chance geben, gerade weil der Autor die Geschichte anfangs als Self-Publisher auf Amazon Kindle Direct Publishing rausgebracht hatte.

Hat mir die Geschichte gefallen? Absolut! Der Zuhörer wird mit detaillierten Beschreibungen der Umgebung und des Lebens im Silo in die Geschichte eingeführt. Um das Überleben der Bevölkerung im Untergrund zu sichern, werden viele Regeln erstellt, welche von den Bewohnern strengstens befolgt werden müssen. Werden diese gebrochen, droht derjenigen Person die Reinigung der Kamera. Eine Kamera, welche die Aussenwelt aufzeichnet , in der niemand mehr überleben kann.

In einigen Reviews wurde seine Art zu Schreiben als amateurisch und gar idiotisch bezeichnet. Diese Meinung teile ich nicht. Genau wegen seines einfachen und erfrischenden Schreibstils konnte das Hörbuch durch die Sprecher sehr angenehm vorgelesen werden. Normalerweise habe ich Mühe beim Zuhören von Hörbüchern und lese daher lieber. Bei Silo war dies aber nicht der Fall, ich habe das Szenario in mich aufgesogen und jedes Mal, wenn ich meine Augen geschlossen habe, war ich wieder da.

Fazit

Hugh Howey braucht keinen permanenten Ortwechsel um Spannung aufzubauen. Seine einzigartigen Charaktere und extrem gut ausgebaute Welt im Silo haben diese Rolle übernommen. Ich freue mich schon auf Band 2.


für wen?

Freunde der Dystopie werden sich an Hugh Howey's Wool Serie erfreuen. Das erste Buch hat alles, was wir uns wünschen: einfallsreiches Afterworldszenario, starke Charaktere, Intrigen und vieles mehr. Trotz gleichem Schauplatz lässt die Spannung nicht zu wünschen übrig.

Vita

Hugh C. Howey (23. Juni 1975 in Charlotte, North Carolina) ist ein US-amerikanischer Science-Fiction-Schriftsteller. Bekannt wurde er durch den Erfolg seiner Wool-Serie, die er seit 2011 ohne Verleger im Amazon Kindle Direct PublishingProgramm als E-Book veröffentlicht hat.
Trotz lukrativer Angebote entschloss sich Howey gegen den Verkauf seiner E-Book-Rechte an der Wool-Reihe für den US-amerikanischen Markt. Für den deutschen Markt sicherte sich der Piper Verlag die Rechte, einschließlich der E-Book-Rechte. Die Filmrechte verkaufte Howey an 20th Century Fox. Mit Drehbuch und Regie sollen Ridley Scott und Steven Zaillianbeauftragt werden.
[Quelle: Wikipedia]

Buchrezension: Das Buch der Nacht [All Souls Triologie, Band 3]| Deborah Harkness

Dienstag, 15. Dezember 2015





Preis € 19.99 / CHF 26.90
Einband Gebundenes Buch mit Hardcover
Seitenanzahl 768
Meine Wertung 5+/5
Verlag blanvalet [Randomhouse]
Triologie Die Seelen der Nacht  / Wo die Nacht beginnt / Das Buch der Nacht







Handlung


Nach ihrer Zeitreise in das London Elisabeth‘ I. kehren Diana Bishop und Matthew Clairmont zurück in die Gegenwart, wo neue Herausforderungen, vor allem aber alte Feinde sie erwarten. In Sept-Tour, der Heimat von Matthews Ahnen, treffen sie aber auch endlich ihre Freunde und ihre Familien wieder. Außerdem werden sie mit einem tragischen Verlust konfrontiert, der besonders Diana trifft. Die wahre Bedrohung für die Zukunft aber, muss noch aufgedeckt werden, und dafür ist es von höchster Wichtigkeit, das Geheimnis um das verschollene Manuskript Ashmole 782 zu entschlüsseln und die fehlenden Seiten zu finden …

Der krönende Abschluss der großen Saga.


Was ich dazu sage... -Achtung Spoiler-




Die All Souls Triologie von Deborah Harkness hat es mir angetan. Die Autorin hat mit Diana und Matthew ein Paar geschaffen, das durch ihre Herkunft unterschiedlicher nicht sein könnte. Diana, Professorin an der Oxford University und nebenbei Hexe und Matthew, Vampir und nebenbei in seinem eigenen Labor tätig. Ja, irgendwie haben beide ihre Prioritäten anders gesetzt.


Trotzdem führten ihre Wege sie irgendwann zueinander. Nach anfänglichen Schwierigkeiten mussten sich schliesslich beide eingestehen, dass sie ohne einander nicht sein wollen.


Rückblick


Im ersten Buch geht es primär um die Kennenlernphase von Diana und Matthew. Ihre Annäherungsversuche waren teilweise lustig zu lesen und manchmal hat man als Leser doch nur den Kopf geschüttelt und gedacht "macht doch endlich". Eigentlich haben beide ihr Leben völlig anders ausgerichtet. Während Matthew ein stolzer Vampir ist, hat sich Diana der Magie ganz abgewendet. Nach dem Tod ihrer Eltern wollte sie damit nichts mehr zu tun haben. Als Diana aber dann in der Bodleian Bibliothek plötzlich das Manuskript Ashmole 782 in die Finger bekommt, wird sie von einigen Hexen, Vampiren und Dämonen gejagt. Eine Entscheidung steht bevor.



Im zweiten Buch reisen sie zusammen in die Vergangenheit, als sie entdeckten, das Diana eine Zeitwanderin ist. Sie sind im elisabethanischen England auf der Suche nach dem Manuskript Ashmole 782 um das Geheimnis dahinter zu lüften.




Die Bedeutung des Manuskripts wird sehr unterschiedlich wahrgenommen, einige glauben, die Geschichte der verschiedenen Kreaturen darin zu finden, andere vermuten darin nur Böses.



[!] Hier gefiel mir die Beschreibung des elisabethanischen Englands besonders gut. Verschiedene Eindrücke wurden vermittelt, dabei aber nicht nur von der bildlichen Umgebung, sondern auch von den Gerüchen und der Situation der Menschen damals.

Abschluss 


Im dritten und letzten Buch geht es ins Finale, Diana und Matthew kehren in ihre Welt zurück und werden mit einigen Dingen konfrontiert, die für sie nicht angenehm sind. Für beide ist es schwer, sich wieder in der alten/neuen Welt einzufinden. Und die Probleme werden nicht weniger - im Gegenteil. Sie sehen sich einer neuen Herausforderung entgegen, welche sie alles kosten könnte.



Deborah Harkness Schreibstil ist angenehm und flüssig zu lesen. Die einzelnen Sätze sind perfekt gemessen, so erscheint die Geschichte nicht zu brüchig aber auch nicht zu langatmig. Ich finde es ausserdem interessant, dass den Lesern hier nicht nur fantastische sondern auch historische Elemente geboten werden, welche übrigens sehr gut recherchiert wurden (ich habe einige gegoogelt).



Die Charaktere, speziell die Protagonisten Diana und Matthew haben mich immer gut unterhalten. In Diana konnte ich mich von Anfang an einfühlen, bei Matthew hatte ich manchmal Schwierigkeiten dabei. Das lag daran, dass er sich zeitweise sehr besitzergreifend zeigte, wobei das ja eigentlich eine Eigenschaft der Vampire und seines Blutrausches sein soll.



Auch Diana's Freunde und Matthew's Familie haben mich mit ihrem Charm überzeugt. Jeder war so individuell gestaltet, dass die Geschichte durch die einzelnen Personen noch spannender wurde.

Fazit


Eine wunderbar leicht erzählte Fantasygeschichte. Deborah Harkness verbindet historische Schauplätze und fantastische Wesen gekonnt. Ihre Beschreibungen der einzelnen Orte in der Gegenwart und Vergangenheit sind so detailliert, dass ich mir zum Beispiel das elisabethanische London gut vorstellen konnte. Mit Diana und Matthew hat sie ein Paar geschaffen, welches unterschiedlicher nicht sein könnte. Genau dieses Ying Yang gefällt mir und natürlich: keine weinerlichen Teenies. Bye bye Bella Swan! Hier vergebe ich 5+ von 5 Sternen.
 

für wen?

 
Wer mag Vampire und Hexen, Mythen und einen historischen Touch, aber bitte ohne weinerliche Teenies? Deborah Harkness liefert euch mit der All Souls Triologie die Lösung. Mit einem flüssigen Schreibstil und unverkennbaren Charakteren wird euch die Geschichte in ihren Bann ziehen - bis zur letzten Seite. Das Finale hätte übrigens nicht besser sein können.

Vita

Deborah Harkness ist Professorin für europäische Geschichte an der University of Southern California in Los Angeles. Für ihre wissenschaftlichen Arbeiten erhielt sie bereits mehrfach Stipendien und Auszeichnungen. Sie schreibt außerdem ein preisgekröntes Wein-Blog (goodwineunder20.blogspot.com).

Buchrezension: Phobia | Wulf Dorn

Donnerstag, 29. Oktober 2015





Preis € 19.99 / CHF 26.90
Einband Gebundenes Buch mit Hardcover
Seitenanzahl 400
Meine Wertung 5/5
Verlag Heyne [Randomhouse]







Handlung


Eine Dezembernacht im Londoner Stadtteil Forest Hill. Sarah Bridgewater erwacht, als sie ihren Mann überraschend früh von einer Geschäftsreise nach Hause kommen hört. Doch der Mann, den sie in der Küche antrifft, ist nicht Stephen. Er trägt jedoch den Anzug ihres Mannes, hat dessen Koffer bei sich und ist mit Stephens Auto nach Hause gekommen. Der Fremde behauptet, Stephen zu sein, und weiß Dinge, die nur Sarahs Mann wissen kann.

Für Sarah und ihren sechsjährigen Sohn Harvey beginnt der schlimmste Alptraum ihres Lebens. Denn der Unbekannte verschwindet ebenso plötzlich wieder, wie er bei ihr aufgetaucht ist, und niemand will ihr glauben. Nur ihr Jugendfreund, der Psychiater Mark Behrendt, kann ihr jetzt noch helfen. Ein psychologisches Duell mit dem Unbekannten beginnt. Und von Stephen Bridgewater fehlt weiterhin jede Spur …



 

Was ich dazu sage...

Früher habe ich oft Bücher aus den Genres Thriller und Horror gelesen. Irgendwie ging das mit meiner aufkommenden und bisher standgebliebenen Liebe zur Fantasy unter. Trotzdem verspüre ich manchmal ein grosses Verlangen nach Nervenkitzel, Blut und Rätsel in der realen Welt. Zuletzt hatte ich daher Bird Box von Josh Malerman gelesen und die Geschichte hat mir wirklich zugesagt. Wulf Dorn's Buch war am längsten auf meiner Wunschliste und da ich dieses Verlangen vor knapp einer Woche wieder verspürte, habe ich es mir sofort ausgeliehen. Ich bereue diese Entscheidung keine. einzige. Sekunde.

Als Leser steigen wir in das Leben von Sarah Bridgewater ein. Sie ist eine junge Mutter und lebt in einem etwas besseren Stadtteil von London, mit ihrem Sohn Harvey und ihrem Mann Stephen. Vorteilhaft finde ich, dass wir mitten in der Geschichte einsteigen und sofort mit den Problemen dieser, nach aussen glücklich erscheinenden, Familie konfrontiert werden. Sarah hat Angst, aus dem Haus zu gehen und unterhält sich schon lange nicht mehr mit ihrem Mann. Dieser ist immer auf Geschäftsreisen und so auch an diesem Abend, bis sie plötzlich ein Auto in der Auffahrt hört und Stephen's Gangart und Geräusche erkennt.

Nur das es nicht Stephen ist, der ihr da in der Küche entgegensteht, sondern ein Mann mit grässlich vernarbtem Gesicht, welcher sich als ihr Gatte ausgibt. Von nun an beginnt ein Spiel und die Zeit läuft, den von Stephen hat Sarah schon lange nichts gehört.

Hilfe sucht sie sich bei ihrem alten Freund Mark, der gerade selbst einige Probleme hat und Sarah's Bitte erstmal ausschlägt, bis er merkt, dass gerade das Helfen seine Rettung sein könnte.

Faszinierend, wie Wulf Dorn mit unseren Ängsten spielt. Er bedient sich weder 0815-Standards wie Clowns noch spielen grausame Morde eine grosse Rolle. Klar, Blut kommt vor und auch einige unangenehme Szenen. Trotzdem stehen diese Dinge nicht im Fokus, sondern vielmehr die Angst vor dem, was uns allen passieren könnte - Besessenheit. Sowohl die Protagonisten als auch wir Leser tappen oftmals im Dunkeln und was handfest erscheint wird plötzlich wieder verworfen. Zwei-, dreimal war ich mir ganz sicher, den Verlauf der Geschichte nun zu kennen, da holte mich der Autor wieder in die Realität zurück und nichts erschien, wie es vorher war.

Ausserdem wird mit den Emotionen des Lesers gespielt. Eigentlich empfindet man Hass für den Mann mit dem Narbengesicht, andererseits versteht man ihn irgendwie. Irgendwie. Versteht mich jetzt nicht falsch, egal, wie gute Motive er hatte, seine Tat ist natürlich nicht schön zu reden.

Der Schreibstil von Wulf Dorn ist angenehm und flüssig, manchmal, für meinen Geschmack, zu langatmig. In dieser Geschichte hat es mich jedoch nicht gestört, ich kann mir aber vorstellen, dass es mich bei anderen Büchern vielleicht nerven könnte.
 

Fazit


Wulf Dorn überzeugt mich mit seinem flüssigen Schreibstil, der Idee des alltäglichen Horros und den Protagonisten, in die man sich gut hineinversetzen kann. Ich habe das Buch trotz Zeitmangel in drei Tagen verschlungen und vergebe 5 von 5 Sterne.
 

für wen?

 
Geeignet vor allem für diejenigen unter uns, welche es nicht allzu blutig und brutal mögen und trotzdem in den Genuss eines guten Thriller kommen wollen.

Vita

Wulf Dorn, Jahrgang 1969, liebt gute Geschichten, Katzen und das Reisen. Er war zwanzig Jahre in einer psychiatrischen Klinik tätig, ehe er sich ganz dem Schreiben widmete. Für seine Kurzgeschichten, die in zahlreichen Anthologien und Zeitschriften erschienen, wurde er mehrfach ausgezeichnet. Mit seinem 2009 erschienenen Debütroman »Trigger« gelang ihm ein internationaler Bestseller. Auch seine weiteren Romane erreichten Bestsellerstatus und sind inzwischen in zahlreiche Sprachen übersetzt.

Buchrezension: Die schrecklich schöne neue Welt des Professor Furtwanger | Adrian Suter

Dienstag, 20. Oktober 2015





Preis € 33.90 / CHF 34.90
Einband Hardcover mit Schutzumschlag
Seitenanzahl 400
Meine Wertung 5/5
Verlag Riverfield







Handlung


Kurz vor Ende des Zweiten Weltkrieges begibt sich eine Sondereinheit des Hitler-Regimes unter der Leitung von Oberst Dr. Furtwanger auf die »Expedition Mantodea«. Im Auftrag des Führers sucht sie in der afrikanischen Steppe nach einer Spezies der Stabschrecke, durch deren Verzehr Unsterblichkeit erlangt werden soll. Ziel der Expedition ist es, Hitler das ewige Leben zu verleihen.

Wir erfahren es hundertvierzig Jahre später, in einer technologisch hochstehenden und friedfertigen, doch gleichzeitig kitschig-skurrilen Welt, in der sich die Menschheit einem überbordenden Konsumrausch hingibt.
Doch der Schein trügt, denn es herrscht die totale Kontrolle und das Regime steht kurz dem Endziel: Adolf Hitler von den Toten zu erwecken, sodass der Führer ein ewig währendes Reich des Schreckens und eine Diktatur des Grauens errichten kann ...

 

Was ich dazu sage...


Die Geschichte beginnt mit der geheimen Expedition Mantodea, auf welcher sich Professor Furtwanger mit seinen Gehilfen befindet. Zusammen mit Eingeborenen versuchen Sie die Stabschrecke zu finden, welche dem Führer die Unsterblichkeit bringen soll.

Auf den ersten Seiten hatte ich Startschwierigkeiten da ich mich erst an den fernen Kontinent Afrika gewöhnen musste. Dem Autor war dies scheinbar bewusst, denn seine Beschreibungen der Umgebung waren äusserst detailliert und hilfreich. Nach deim Einlesen konnte ich dann als Beobachter das Geschehen problemlos verfolgen und bereits verschiedene Theorien zum weiteren Verlauf erstellen.

Die Charaktere, vorallem Al, haben mir unglaublich gut gefallen. Sie waren alltäglich, hatten Stärken und Schwächen, genau wie wir Leser. Das hat es mir leicht gemacht, mich mit ihnen zu identifizieren. Bei Al hat mich die persönliche Entwicklung, vorallem der Weg zum Bewusstsein, beeindruckt. Die Beschreibung, wie er in seinem Inneren aufgeräumt hat war berührend und inspirierend zugleich. Besonders in diesem Teil der Geschichte bin ich gedanklich versunken und habe das Reflektieren des Gelesenen genossen.

Der Schreibstil von Adrian Suter war angenehm zu lesen, weder Fremdwörter noch komplexe Sätze haben meinen Lesefluss beeinträchtigt.

Auch an Ideen mangelt es dem Autoren nicht, denn die schrecklich schöne neue Welt, welche der Professor erstellt hat, konnte mich von Anfang an einnehmen. Einige Erfindungen waren ja ganz praktisch, über andere wiederum konnte ich nur schmunzeln. Die neue Gesellschaftsordnung hat mich gleichzeitig fasziniert und abgeschreckt. Woher nimmt sich Herr Suter wohl seine Kreativität?

Als Schweizerin waren die verschiedenen Schauplätze in unserem kleinen aber schönen Land natürlich ein Bonus. Zürich, der Hauptbahnhof und die Streetparade sind hier niemandem ein Fremdwort. Da ich vorher noch kein einziges Buch von einem Schweizer Autor gelesen habe - bitte steinigt mich nicht - hat mich dieses umso mehr überrascht. Ich muss ehrlich gestehen, dass ich keine allzu grossen Erwartungen hatte. Nachdem ich regelrecht durch das Buch gerast bin, hat sich meine Meinung stark verändert, scheinbar haben wir Schweizer wirklich viel auf dem Kasten!

Das Buch eignet sich perfekt als unterhaltsame Leselektüre, kann aber auch eine Anregung zum Nachdenken sein - wie entwickelt sich unsere Gesellschaft? Kann es wieder so weit kommen? Jeder Leser kann somit für sich entscheiden, wie er auf die Geschichte eingehen will. Genau diese Flexibilität rechne ich dem Autoren hoch an.
 

Fazit


Selten hat mich ein Buch so in seinen Bann gezogen. Bei der Arbeit waren meine Gedanken stets bei Al, Beatrice und Professor Furtwanger. Eine Zukunftsvision, die zwar nicht völlig neu, in einigen Aspekten aber trotzdem überraschend war. Das Buch hat mich von der ersten bis zur letzten Seite gepackt, dafür gibt es verdiente 5 Sterne.

An dieser Stelle: Merci Herr Suter für's Abentür.

[!] Schöne neue Welt trifft auf Panem's Gesellschaftsform! Wer gerne Bücher über zukünftige Gesellschaftsordnungen liest, die nicht nur lustig und fantastisch, sondern auch mit einem kritischen Auge betrachtet werden können, sollte hier definitiv zugreifen.
 
[♥] Herzlichen Dank an den Riverfield Verlag für die Bereitsstellung des Rezensionsexemplars.

Hörbuchrezension: Die Musik der Stille | Patrick Rothfuss

Donnerstag, 8. Oktober 2015





Preis € 19.99 / CHF 28.50
Ungekürzte Lesung
Laufzeit 266 Minuten
Meine Wertung 4.5/5
Verlag Klett-Cotta / Randomhouse





Handlung


Die Universität von Imre ist weithin bekannt für ihre Gelehrsamkeit. Die besten Köpfe zieht sie an, die Rätsel der Wissenschaft, des Handwerks und der Alchemie zu entschlüsseln. Aber tief unter dem lebendigen Treiben in ihren Hallen erstreckt sich ein Netz verlassener Räume und alter Gänge. Im Herz dieses höhlenartigen Labyrinths lebt das Mädchen Auri. Das „Unterding“ ist ihr Zuhause. Die kalte trügerische Rationalität der Menschen, die über ihr leben, hat sie hinter sich gelassen und dringt tief in das Geheimnis der Dinge ein. Eine Geschichte voll betörender Bilder und magischer Spuren, wie sie nur Patrick Rothfuss erzählen kann.

Was ich dazu sage...


Für mich, als Königsmörder Chronik Fan, war sofort klar: ich muss dieses Buch lesen! Als es erschienen ist, habe ich mir natürlich, wie alle anderen Fans auch, die Fortsetzung mit Kvothe erhofft. Patrick Rothfuss macht aber bereits auf den ersten Seiten des Buches deutlich, dass dies eine unabhängige Geschichte, zwar in der gleichen Welt spielend, ist. Speziell und ganz Patrick war die Einführung, in welcher er vom Kauf des Buches abriet. Tja, Patrick ist so wie er ist und seine Worte waren sicherlich ernst gemeint, wohlbemerkt nicht an alle gerichtet, aber an jene, die eine Geschichte in der Geschichte erwarten. Dazu später.
Die anderen zwei Bücher von Patrick Rothfuss, Der Name des Windes und die Furcht des Weisen, liessen sich wie ein Gedicht lesen. Bei seinem dritten Werk wollte ich dann etwas Neues versuchen, also hören statt lesen. 

Normalerweise mache ich einen grossen Bogen um Hörbücher, da ich das Gefühl habe, der Geschichte nicht richtig folgen zu können. Trotzdem habe ich es mit Die Musik der Stille versucht. Ich hatte das Gefühl, dem Ganzen gewachsen zu sein, vielleicht, weil ich schon gelesen habe, dass es eine ganz spezielle Erzählung ist.

Wie war es also? Patrick Rothfuss, du erstaunst mich immer wieder.

Der Autor liefert uns keine Geschichte mit Plott oder vielen Handlungen, erwartet auch keine Spannung. Er führt uns lediglich, aus Auri's Perpektive, sieben Tage durch ihr Leben, sieben Tage in ihre verzwickte Gedankenwelt, sieben Tage in ein kleines Paradies.

Von Beginn an taucht der Zuhörer im Unterding ein. Auri führt uns durch die verlassenen Räume und Gänge unter der Universität von Imre. Für die Protagonistin sind es aber nicht nur leere Räumlichkeiten, für sie sind die Dinge lebendig, sie haben einen Namen. Sie ist der Meinung, dass alle Gegenstände ihren Platz haben und fühlt sich bemächtigt, für Ordnung zu sorgen.

Ihre spezielle Sichtweise auf die Welt hat mich ungemein fasziniert. Auri sieht alles anders, sie versucht in all ihren Taten gerecht zu sein. Sie nimmt sich nichts, ohne zu hinterfragen und macht sich Gedanken darüber, ob sie die Dinge braucht. Sie sieht Schönheit, wo wir sie längst vergessen haben. Leider gibt es auch die Kehrseite, denn manchmal hatte ich das Gefühl, eine ziemlich einsame Person kennenzulernen. In den ganzen 266 Minuten gibt es keinen Dialog, niemand der mit Auri redet. Meistens dachte ich, dass sie die Einsamkeit schätzt oder gar nicht wahr nimmt, da für sie auch Gegenstände lebendig sind. Trotzdem sickerten einige klare Momente durch, in denen sie sich [Achtung, reine Interpretation] nach Nähe und Geborgenheit eines anderen Menschen sehnte.

Die Geschichte ist nicht durch und durch fröhlich oder traurig. Manchmal herrscht eine geradezu melancholische Stimmung, von welcher man im nächsten Moment wieder gar nichts spürt. Es ist sozusagen eine Achterbahn der Gefühle, auf die sich einige von uns nur allzu gerne einlassen werden, andere hingegen dankend ablehnen.

Auri und ihr reines Wesen haben mich zutiefst berührt und werden noch lange einen Eindruck hinterlassen.

Wie hört es sich an...

Die Stimme von Yara Blümel ist beruhigend und schön anzuhören, sie redet eher langsam, sodass man als Zuhörer kein Problem hat nachzukommen. Manchmal war's für für mich ein wenig monoton, weshalb ich einen halben Punkt in der Gesamtbewertung abziehen musste.

Fazit


Wer eine Geschichte mit Spannung hören möchte, sollte sich Die Musik der Stille nicht zulegen, auch Patrick Rothfuss lehnt davon ab. Wer sich aber in einer poetischen Erzählung verlieren möchte, über ein so wunderbar spezielles Mädchen wie Auri, den lädt der Autor herzlich in das Unterding der Universität Imre ein. Lasst euch entführen in die Winkel, die uns Königsmörder Chronik Fans bisher verborgen blieben und inspiriert euch von Auri's Sicht der Dinge, so bewusst und rein, dass es mich manchmal zu Tränen gerührt hat. Ich vergebe 4.5/5 Sterne.
 
[♥] Herzlichen Dank an den Verlag Randomhouse [Bloggerportal] für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.


Buchrezension: Absurde Menschheit | Gard Meneberg

Dienstag, 6. Oktober 2015





Preis € 15.50 / CHF 22.90
Einband Taschenbuch, broschiert
Seitenanzahl 272
Meine Wertung 3.5/5
Verlag Artegenium







Handlung


Als man in den Siebzigerjahren die Voyager-Sonden ins All schickte, legte man eine Datenplatte mit Botschaften bei, die sich an außerirdische Zivilisationen richteten. Doch die Wahrheit über den Menschen wurde darin verschwiegen. Gard Meneberg geht der Frage nach, was man stattdessen hätte enthüllen sollen. In vierundvierzig unterhaltsamen Kapiteln fasst er die absurdesten Tollheiten unserer Spezies zusammen. Dabei beschreibt er nicht nur, wie arrogant der Mensch anderen Affenwesen gegenüber auftritt, sondern auch, zu welchen Skurrilitäten ihn die Lust zuweilen treibt, wie gummiartig seine Werte sind und warum ihn das eigene Entschwinden in Panik versetzt. Ein Buch mit dem Potenzial, sogar Außerirdische zum Schmunzeln zu bringen...

Was ich dazu sage...


Hm, was soll ich sagen? Selten war ich so zwiegespalten von einem Buch. Einerseits gefällt mir die Thematik, aus einer sehr kritischen aber doch ironischen Sichtweise geschildert, richtig gut. Oft habe ich über die Aussagen des Autors geschmunzelt und innerlich Freudensprünge gemacht, weil wir uns, wie ich glaubte, gut verstehen würden. Auch ich mache mir über unsere Gesellschaft, Gott und die Welt viele Gedanken, was auch der Grund für mein Interesse an diesem Buch war.

Ich möchte bei dieser Rezension versuchen, eine kleine Pro und Kontraliste einzubauen, da ich es wirklich schwierig finde, meine gemischten Gefühle zu ordnen.

+ Der Einstieg in das Buch ist locker, der spezielle Schreibstil von Gard Meneberg gefällt mir richtig gut. Der Autor führt uns mir einer Prise Ironie durch seine Ausführungen zur menschlichen Anatomie und hat mich damit  eingenommen.

+ Trotz des Humors stecken, so habe ich es jedenfalls interpretiert, ernste Gedanken hinter dem Buch. Ich habe mich mit dem Autor verbunden gefühlt, da er unsere Gesellschaft und unser Verhalten kritisch durchleuchtet hat. Teilweise meinte ich sogar eine Art Aufforderung an den Leser, sich darüber Gedanken zu machen, herausgespürt zu haben.  

+ Die Kapitel sind relativ kurz gehalten und daher gab es Zwischendurch eine Verschnaufpause, da doch relativ viele Informationen geliefert werden, welche ich aus Interesse gegoogelt habe.

- Ich weiss nicht genau, wann mir die veränderte Stimmung aufgefallen ist, ich glaube so circa ab dem letzten Drittel, vielleicht auch vorher, aber dann wurde es für meinen Geschmack zu melancholisch. Anfangs hat mich das Buch zum Nachdenken angeregt, irgendwann habe ich nur noch den Kopf geschüttelt. Wieso schreibt er nun so negativ über uns? Wir haben alle unsere Fehler und vorallem die Menschheit hat seine Lasten zu tragen. Trotzdem finde ich, sollte man immer das Gute im Auge behalten. Irgendwie ging dies im letzten Drittel massiv verloren.

- Einen Punkt möchte ich konkret nennen, bei welchem ich dem Autor absolut nicht zugestimmt habe und der mich sogar ziemlich traurig gemacht hat. In einem Kapitel schreibt er vom Erwachsen werden und damit auch den Verlust der Fantasie. Für ihn gibt es scheinbar in der Welt der "Grossen" keinen Platz dafür - oder besser gesagt, wir alle finden keinen Platz dafür. Ich bin zwar mit meinen 23 Jahren noch relativ jung, ich glaube aber, dass die Fantasie mich immer durch mein Leben begleiten wird. Ja, wir Menschen verlieren uns im Alltagstrott aber wenn wir ehrlich sind: jeder kann sich dagegen entscheiden! [Wer so ein Buch schreibt, hat eindeutig Fantasie und ich glaube er meinte auch diesen Abschnitt nicht ernst, rübergekommen ist es leider so.]

- Ich hätte mir teilweise eine Fussnote mit ergänzenden Erklärungen gewünscht. Ich recherchiere gerne im Internet, kann aber verstehen, wenn andere Leser nicht mitten in der Geschichte abbrechen wollen, um sich über etwas zu informieren.

Fazit


Anfangs hat mich das Buch richtig gefesselt, bis die lustige und ironische Stimmung umgeschlagen hat und fortan sehr negativ über unsere Spezies geschrieben wird. Ob auch dieser Abschnitt mit Humor gesehen werden soll, weiss ich nicht, für mich war es teilweise aber eher bedrückend. Auch ich bin kritisch und habe dem Autor oft zugestimmt, in einigen Punkten gingen unsere Meinungen aber dann doch sehr weit auseinander. Wegen der teilweise melancholischen Stimmung kann ich leider nur 3.5 von 5 Sternen vergeben.
 
[♥] Herzlichen Dank an den Artegenium Verlag für die Bereitsstellung des Rezensionsexemplars.

Buchrezension: Die Frauen von Stepford | Ira Levin

Freitag, 2. Oktober 2015





Preis € 6.99 / CHF 10.90, unterschiedlich
Einband Taschenbuch
Seitenanzahl 155
Meine Wertung 3/5
Verlag Goldmann, gefunden bei Amazon







Handlung

 
Sie sind schön, sie lächeln immerzu und liegen ihren Männern zu Füßen: Die Frauen des idyllischen Vororts Stepford scheinen vollkommen zu sein. Die gerade erst zugezogene Joanna ist anfangs tief beeindruckt von ihren neuen Nachbarinnen, doch dann wächst ein Verdacht in ihr heran, der sie an die Grenze des Wahnsinns treibt ...

Als Joanna mit ihrem Mann und den zwei Kindern ins ländliche Stepford zieht, scheint alles perfekt zu sein. Sie haben ein erschwingliches und wunderschönes Haus gefunden - fernab vom Trubel der Grossstadt. Endlich hat sie genügend Zeit, sich ihrem Hobby, der Fotografie, zu widmen.

Da Walter den Job in New York behalten hat und viel pendelt, fühlt sich Joanna anfangs sehr einsam. Zunächst versucht sie ohne Erfolg, Freundschaften mit ihren Nachbarinnen zu schliessen, welche scheinbar völlig auf ihre häuslichen Arbeiten fixiert sind. Bis sie auf Bobby trifft, mit der sie sich auf Anhieb versteht. Die beiden unkonventionellen Hausfrauen verbünden sich fortan gegen ihre Feinde, die perfekten Ehegattinnen von Stepford und vorallem den ortsansässigen Männerclub. Dass sie damit selbst in die Schusslinie geraten, merken sie erst viel zu spät.

Was ich dazu sage...

 
Die Frauen von Stepford habe ich vor Jahren als Film gesehen und fand ihn unterhaltsam - mehr auch nicht. Die Handlungen gingen rasch vorüber und mit den Charakteren konnte ich nicht warm werden. Nachdem ich viele positive Rezensionen zum Buch gelesen habe, wollte ich uns nochmals eine Chance geben.
 
Kurz gehalten mit seinen 156 Seiten, war das Buch ebenfalls schneller vorüber als mir lieb war. Entgegen anderen Lesern konnte ich mit der Protagonistin einfach nicht warm werden. Ob es an der mangelnden Personenbeschreibung lag oder an den für meinen Geschmack fehlenden Zeilen, kann ich nicht genau sagen. Zum Schluss fiel bei mir sogar der Aha-Moment aus und in meinem Kopf formte sich lediglich ein kleines "oh".

Nun kann man sich natürlich fragen, ob Ira Levin uns mit diesem Buch eben genau diese schnelle Unterhaltung liefern wollte. Wenn ja, ist ihm das gelungen. Die Geschichte ist weder tiefgründig noch komplex und das Büchlein durch, bevor es überhaupt richtig an Fahrt gewinnen konnte.

Bin ich zu hart? Vielleicht. Es kann sein, dass meine Erwartungen durch die vorgängig gelesenen Rezensionen zu hoch angesetzt waren. Dass lässt sich im Nachhinein aber leider nicht mehr ändern.

Fazit


Mich konnte die Geschichte nur teilweise einnehmen. Oft hat mir die Liebe zum Detail gefehlt, hier und da auch das gewisse Etwas. Einzig Idee und Schreibstil von Ira Levin konnten mich voll und ganz überzeugen, daher 3/5 Sterne.

[!] Geeignet ist das Buch für Zwischendurch, schnelles Lesevergnügen und als Notfallurlaubslektüre. Erwartet bitte keine grossen Wendungen und komplexe Handlungen, auf 156 Seiten wäre dies auch fast nicht umsetzbar.

Buchrezension: Die Achse meiner Welt | Dani Atkins

Donnerstag, 17. September 2015





Preis € 9.90 / CHF 14.90
Einband Taschenbuch / Broschiert
Seitenanzahl 320
Meine Wertung 5/5
Verlag Droemer Knaur






 

Handlung

Rachel ist jung, beliebt, verliebt und wird in wenigen Wochen ihr Traumstudium beginnen. Perfekt. Doch dann geschieht ein schrecklicher Unfall, der ihr alles nimmt. Sie verliert den besten Freund, ihre Zuversicht und die Balance. Jahre später wird ihre Welt zum zweiten Mal auf den Kopf gestellt. Denn als sie nach einem schweren Sturz im Krankenhaus erwacht, ist ihr Leben plötzlich so, wie sie es sich immer erhofft hat. Die damalige Tragödie hat es anscheinend nie gegeben. Ihr bester Freund lebt und ist an ihrer Seite. Wie kann das sein? Und wie fühlt sich Rachel in ihrem neuen Leben - mit dem Wissen über all das, was zuvor geschah?


Was ich dazu sage...



Wegen den vielen positiven Rezensionen, wollte ich das Buch schon lange haben. Also habe ich im Internet fleissig nach einem willigen Tauschpartner Ausschau gehalten und prompt jemanden gefunden *yay*. Zwei Wochen später war das Buch schon bei mir, leider ist es aber sofort auf meinem SUB gelandet.

Ja, ich war lesefaul! Oder beschäftigt, so hört es sich jedenfalls besser an. Als ich vor zwei Wochen für den Urlaub packte, war mir jedoch klar: vier Bücher würden mich in die wunderschöne Toskana begleiten. Nur...welche? Jeder Buchverrückte muss sich schon einmal an diesem Punkt befunden haben. Wie entscheide ich nun, was ich mitnehme? Ich entschied mich nach Lust und Laune.

So haben es Die Frauen von Stepford, Schönheit besiegt Angst, Die Physiker und Die Achse meiner Welt in meinen Rucksack geschafft. Die Rezensionen zu den anderen Büchern folgen auch bald, da mich alle vier auf ihre Weise umgehauen haben.

Nun aber zum wesentlichen Teil: Das Buch mit seinen 320 Seiten kann sich lesen lassen! Anfangs unbeeindruckt, konnte ich das Buch gegen Ende nicht mehr aus der Hand legen. Mit Rachel konnte ich mich gut identifizieren, da auch ich mich manchmal in der Welt verloren fühle. In ihrer Jugend kann sie sich von ihren Highschoolfreunden kaum lösen und durch einen tragischen Unfall gerät ihre Leben völlig aus dem Ruder. Rachel findet sich wieder in einer Welt ohne besten Freund. Für Rachel ist klar: ich trage die Schuld!

Bis ein weiterer Unfall, fünf Jahre später, ihr Leben wieder durcheinander bringt und plötzlich alles wieder OK ist. Jimmy, ihr bester Freund, lebt noch! Aber wie?

Am Anfang konnte ich mir von der Geschichte kein klares Bild machen. Die Aufmachung des Buches deutete nicht auf Fantasy hin, was bei mir viele Fragen aufwarf. Wie kann ihr bester Freund plötzlich wieder am Leben sein? Parallelwelten? Phsychische Erkrankung? Was ist hier los?

Genau dieser Aspekt hat für mich den Reiz ausgemacht.

Und das Ende, tja, das hatte ich nun wirklich nicht erwartet! Ich werde natürlich nicht spoilern, kann aber mit gutem Gewissen behaupten, dass ich das Ende wirklich ergreifend und unglaublich passend fand. Ich hätte es mir nicht besser vorstellen können.


Fazit

 
Mein erster Roman von Dani Atkins war ergreifend und wunderschön zu lesen. Auch bei meinen Spaziergängen durch Siena hat mich die Geschichte nicht losgelassen und ich habe mich ständig gefragt wie geht es weiter?
 

Vita

 
Dani Atkins, 1958 in London geboren und aufgewachsen, lebt heute mit ihrem Mann in einem Dorf im ländlichen Hertfordshire. Sie hat zwei erwachsene Kinder. Nach ihrem Romandebüt Die Achse meiner Welt, das die Spiegel-Bestsellerliste und die Herzen der deutschen Leser im Sturm eroberte, folgte die zweite, wunderschöne Liebesgeschichte Die Nacht schreibt uns neu.

Buchrezension: Traumfänger | Marlo Morgan

Freitag, 21. August 2015





Preis € 8.99 / CHF 12.50
Einband Taschenbuch / Broschiert
Seitenanzahl 256
Meine Wertung 2/5
Verlag Randomhouse (Goldmann)









Handlung
 

Was eine seltene Ehre ist, kostet die amerikanische Ärztin Marlo Morgan zunächst viel Kraft und Überwindung: eine dreimonatige rituelle Wanderung durch den australischen Busch als Gast der Aborigines. Doch im Laufe der strapaziösen Tour erfährt sie eine ungeheure emotionale Bereicherung und spirituelle Wandlung. - Der Bestseller jetzt erstmals im Taschenbuch. 


Was ich dazu sage...

Was soll ich nur über dieses Buch denken? Hätte ich mich vorher nicht im Internet umfassend darüber informiert, hätte ich die Geschichte wahrscheindlich verschlungen und geliebt. Die Autorin hat sehr spirituelle Ereignisse festgehalten und detailiert geschildert.

Mich interessieren fremde und vorallem alte Kulturen wirklich sehr. Von ihrem Alltag bis hin zu diversen Ritualen - ich würde am liebsten alles wissen oder miterleben. Nur leider ist das manchmal nicht möglich, da diese Menschen gerne fernab von jeglicher Zivilisation leben. Es gibt dazu noch einige Stämme im Amazonas, die anscheinend noch nie einen anderen Menschen gesehen haben. Wirklich krass oder?

Unter diesen Umständen müsste jetzt jeder davon ausgehen, dass mir das Buch gut gefallen hat. Tja, hat es irgendwie auch. Da gab es aber ein kleines Problem und über dieses konnte ich nicht wegschauen: Die Autorin hat gelogen!
Da ich eine neuere Fassung des Buches ausgelehnt bekommen habe, steht bereits auf der zweiten Seite, die Geschichte sei frei erfunden. Gemäss meinen Internetrecherchen hat die Autorin Marlo Morgan jahrelang aber etwas ganz anderes behauptet. Ihre Geschichte, mit ihr als Protagonistin, hätte sich genau so zugetragen. Und ich hätte ihr geglaubt, weil die Geschichte wirklich nicht aus den Wolken gegriffen schien. Pech für die Autorin, dass auch viele Australier (und solche, die sich mit der Flora und Fauna dort auskennen) auf das Buch aufmerksam wurden. Nachdem immer mehr Fragen an die Autorin gestellt wurden, da es einige Ungereimtheiten mit den Pflanzen und Umgebungen gab, hat die Autorin schliesslich eingelenkt und zugegeben, die Geschichte frei erfunden zu haben.

Ich finde: ein echtes NO-GO!

Für einige mag das jetzt recht hart klingen, ich mag aber wirklich keine Lügen. Lügen machen die Geschichte kaputt, so auch bei mir. Wer aber kein Problem damit hat und gerne spirituelle Geschichten hat, der sollte das Buch trotzdem lesen. Ich habe es zwar sehr oft weggelegt, und doch hat die Autorin es immer wieder geschafft, mich mit Lebensweisheiten zu locken. Viele Sachen sind mir durch dieses Buch erst bewusst geworden und ich werde in Zukunft darauf achten. Manchmal ist auch das schon genug, oder?

Trotzdem habe ich eine recht harte Bewertung abgegeben - einfach weil ich finde, dass das Buch meine Zeit nicht wert war. 


Fazit

Wer sich bewusst ist, eine fiktive Geschichte serviert zu bekommen und trotzdem auf eine spirituelle Reise mit den Aborigines und der "Veränderten" gehen möchte, wird sicherlich nichts falsch machen und das Buch sogar geniessen können. Wer nach der Wahrheit und einem Einblick in das Leben der Ureinwohner Australiens sucht, wird enttäuscht sein und verschwendet nur seine Zeit.

Vita

 
Marlo Morgan studierte Medizin und engagierte sich besonders im Bereich der Gesundheitsvorsorge. Ihr Welterfolg "Traumfänger" stand monatelang auf den internationalen Bestsellerlisten und wurde in 26 Sprachen übersetzt. Marlo Morgan lebt in Missouri, USA.

Buchrezension: Metro 2034 | Dmitry Glukhovsky

Donnerstag, 30. Juli 2015





Preis: € 9.99 / CHF 13.90
Einband: Taschenbuch / Broschiert
Seitenanzahl: 544
Altersempfehlung: -
Meine Wertung: 5/5
Verlag: Randomhouse (Heyne)







Handlung

 
Wir schreiben das Jahr 2034. Nach einem verheerenden Krieg liegen weite Teile der Welt in Schutt und Asche. Auch Moskau ist eine Geisterstadt. Die Überlebenden haben sich in die Tiefen des U-Bahn-Netzes zurückgezogen und dort eine neue Zivilisation errichtet. Eine Zivilisation, wie es sie noch nie zuvor gegeben hat ... Dies sind die Abenteuer von Hunter, ehemaliger Soldat und nun einsamer Kämpfer gegen die dunkle Bedrohung, der sich die Bewohner der Metro gegenübersehen. Mit diesem Roman kehrt Dmitry Glukhovsky in die düster schillernde Welt der Moskauer Metro zurück und erzählt das Abenteuer weiter, das in »Metro 2033« begann.

Was ich dazu sage...


Wo soll ich nur beginnen? Ich habe Metro 2034 als Rezensionsexemplar von Randomhouse (Heyne) erhalten. Die Vorgeschichte, Metro 2033, habe ich leider nicht gelesen und kannte daher zwar die Hintergrundgeschichten zu einigen Stationen und Personen nicht, da sie aber auch in diesem Buch mehr oder weniger detailiert erklärt wurden, fand ich das nicht weiter schlimm.

Der Fokus in Metro 2034 liegt auf Homer und den Brigadier Hunter, den Homer im Verlauf der Geschichte kennenlernt und sich ihm später anschliesst. Homer kennt sich bestens in der Metro aus, da er vor dem Atomkrieg, welcher die Welt in Schutt und Asche versenkt hat, bereits dort gearbeitet hat. Am Tag der Apokalypse hatte er sich somit einen Platz in der unterirdischen Gesellschaft gesichert.

Die Metro ist unterteilt in verschiedene Stationen: grosse, kleine, bewohnte, verwachsene, von Kreaturen heimgesuchte, etc. Nur wenige der Metrobewohner trauen sich ab und zu an die Oberfläche, um nach elektronischen Ersatzteilchen zu suchen. Oben herrscht jedoch schon lange Zeit nicht mehr die menschliche Rasse - unvorstellbare, seltsame Wesen töten alles und jeden, denn sie in die Finger bekommen können.

Wo ist man da noch sicher? Weder unter noch über der Erde kann man sich frei fühlen. Wo bleibt da die Lebensqualität? Im Buch werden uns verschiedene Personen, nebst Homer und Hunter, vorgestellt und wir erhalten einen kleinen Einblick in ihre jeweiligen Leben. So verschieden kann es nämlich unter der Oberfläche zugehen. Einige leben im Dreck und müssen sogar Ratten fressen, andere hingegen geniessen selbst angebautes Gemüse und eine warme Dusche täglich.

Wer nach all diesen Informationen denkt, er kenne das Buch jetzt bereits, der täuscht sich aber gewaltig. Das Metro Universum, welches Dmitry Glukhovsky erschaffen hat, ist so komplex und detailiert, dass kann man sich zu Beginn gar nicht vorstellen. Eine Karte am Anfang des Buches hilft dem Leser einen kleinen Überblick zu behalten. Überall passiert etwas anderes, überall gibt es neue Gefahren, neue Personen, neue Geschichten - ich konnte wirklich nicht genug kriegen!

Das Buch mit seinen stolzen 524 Seiten ist zwar eher lang, da es aber so unglaublich interessant ist, liest es sich schnell durch. Die Sprache ist leicht verständlich, durch die russischen Begriffe geriet ich jedoch manchmal ins Stocken. Es ist durchgehend spannend, informativ und greifbar geschrieben.
 

Fazit

 
Wenn ich nur daran denke, wie es wäre, wenn ich den Rest meines Lebens in einer Metro verbringen müsste, ohne Sonnenlicht, ohne Freiheit und mit Kreaturen, die ich mir jetzt noch nicht mal vorstellen will - da kriege ich Gänsehaut! Dmitry Glovhovsky hat in Metro 2034 eine wunderbar, schreckliche Welt erschaffen, in die ich als Leser gerne eingetaucht bin.
 

Vita

 
Dmitry Glukhovsky, geboren 1979, hat internationale Beziehungen in Jerusalem studiert und arbeitet als Journalist für den Fernsehsender "Russia Today". Mit seinem Debütroman "Metro 2033" landete er auf Anhieb einen Bestseller. Glukhovsky lebt in Moskau.

Buchrezension: Alles so leicht | Meg Haston

Dienstag, 21. Juli 2015





Preis: € 19.99 / CHF 28.90
Einband: Gebundene Ausgabe
Seitenanzahl: 320
Altersempfehlung: ab 13 Jahren
Meine Wertung: 5/5
Verlag: Thienemann Esslinger








Handlung


Stevie hat nichts mehr zu verlieren. Sie ist fest entschlossen, aus diesem Körper, aus diesem Leben zu verschwinden. Aber alle wollen sie daran hindern. Ihr Vater, der sie ins Therapiezentrum einweisen ließ. Anna, die so ganz anders ist als die anderen Seelenklempner. Und selbst den Mädchen, mit denen sie ein Zimmer und ein Schicksal teilt, fühlt sich Stevie jeden Tag näher. Aber sie wird sich nicht öffnen, sie hat schließlich einen Plan.

Was ich dazu sage...


Als ich auf vorablesen.de auf Stöbertour war, ist mir das Buch von Meg Haston wegen dem schönen Cover sofort ins Auge gestochen. Eigentlich ein ungewöhnliches Thema, mit welchem ich mich nicht identifizieren kann. Und doch hat es mich nach der bewegenden Leseprobe fasziniert. Ich wusste sofort - dieses Buch muss ich lesen! Ich muss einfach wissen, wie es mit Stevie ausgeht!

Meg Haston hat etwas geschafft, was viele Autoren niemals werden: sie hat mich mit ihrem Buch tief berührt. Ich habe mich vorher nie mit dem Thema Essstörung (Anorexie, Bulimie, etc.) ausseinandergesetzt und bewegte mich mit diesem Buch also auf neuem Teretorium.

Stevie durch ihre Krankheit zu begleiten war von Anfang an interessant aber auch herzzerreissend. Manchmal war es mir sogar unangenehm, da kein Detail weggelassen wird. Ich kann nicht sagen, dass mir alles, was ich gelesen habe, gefallen hat, denn das wäre gelogen. Wie kann es einem auch gefallen, wenn ein Mädchen sich selbst zu Grunde richtet?

Stevie gibt sich im Buch für viele Dinge in ihrem Leben, die schief gelaufen sind, die Schuld. Als Leser schüttelt man da natürlich den Kopf, da ihre Argumentation meist absurd ist. Da ich aber noch nie in einer solchen Situation war, kann ich schwer einschätzen, wie es bei Stevie im Inneren aussieht. Ich weiss nur, wenn ich von etwas überzeugt bin, ist es auch schwer, mich davon abzubringen.

Das Buch ist einfach geschrieben, ehrlich von der ersten bis zur letzten Seite. Als Leser erhält man einen Einblick in den Therapieablauf, in die Gefühlswelt von Stevie und in die verschiedenen Krankheiten.

Es ist aber ganz klar kein Unterhaltungsbuch. Wer also ein Buch für Zwischendurch sucht, wird hier nicht fündig. Wer sich aber gerne über ernste Themen Gedanken macht und einen Einblick erhalten will, der ist bei Meg Hastons Alles so leicht goldrichtig.

Fazit


Ich habe schon lange kein so ehrliches Buch mehr gelesen. Kein Detail, auch wenn es noch so abstossend ist, wird weggelassen. In diesem Buch erhält der Leser einen Einblick in das Leben kranker Mädchen. Ich hatte Gänsehaut!
 

Vita

 
Meg Haston lebt in Jacksonville, Florida. Hier schreibt sie und arbeitet als Beratungslehrerin an einer Privatschule. „Alles so leicht“ ist ihr erster Jugendroman.

Buchrezension: City of Ashes [Chroniken der Unterwelt] | Cassandra Clare

Mittwoch, 15. Juli 2015





Preis: 17.99 € / CHF 24.90
Alter ab: 12 Jahren
Seitenzahl: 480 Seiten
Maße: 210.00 mm / 145.00 mm / 51.85 mm
Einbandart: gebunden
Verlag:





Handlung


Clary wünscht sich ihr normales Leben zurück. Aber was ist schon normal, wenn man als Schattenjägerin gegen Dämonen, Werwölfe, Vampire und Feen kämpfen muss? Doch die Unterwelt ist nicht bereit, sie gehen zu lassen. Als Jace in Gefahr gerät, stellt sich Clary ihrem Schicksal – und wird in einen tödlichen Kampf gegen die Kreaturen der Nacht verstrickt.
 

Was ich dazu sage...

 
- Achtung Spoiler Band 1 -

Clary weiss nun, dass sie eine Schattenjägerin und keine Mundie (so werden die Normalsterblichen von den Schattenjägern genannt) ist.

Schon allein diese Tatsache bringt ihr Leben ins Schwanken - aber da ist noch mehr. Ihre Mutter ist immer noch nicht aus dem Koma erwacht und Jace, der ihr vom ersten Augenblick an nahe war, soll nun ihr Bruder sein? Über Clary bricht ihr altes Leben zusammen, während sie versucht, sich an das Neue und Unbekannte zu gewöhnen. Ein richtiges Gefühlschaos, in das auch der Leser reingeworfen wird.

Im zweiten Buch erhalten wir viele neue Einblicke in das Leben als Schattenjäger, aber auch in das der Schattenwesen. Für mich ein sehr wichtiger und interessanter Teil des zweiten Bandes.

Auch der zweite Band ist recht flüssig geschrieben, teilweise aber plätscherte die Handlung einfach so dahin und ich habe eine halbe Ewigkeit gebraucht, bis ich mich da durchgekämpft hatte. Trotz einigen kleineren und grösseren
Überraschungen blieb für mich die wirkliche Spannung aber aus. Das liegt aber nicht an der Unfähigkeit der Autorin, sondern vielmehr daran, dass ich mir den weiteren Verlauf der Geschichte bereits denken konnte (da bin ich ziemlich gut darin:-p).

Fazit


Alles in allem war es ein unterhaltsames Buch, ich habe mehr über die neue Welt, in der Clary steckt, erfahren und meine Beziehung zu den verschiedenen Charakteren vertieft. Für mich fühlte sich dieser Teil aber eher wie ein Zwischenband an und daher bin ich schon gespannt auf den dritten Teil.
 

Vita

 
Cassandra Clare wurde in Teheran geboren und verbrachte die ersten zehn Jahre ihres Lebens in Frankreich, England und der Schweiz. Ihre Reihe Chroniken der Unterwelt sowie die neue Trilogie Chroniken der Schattenjäger wurden auf Anhieb zu einem internationalen Erfolg, ihre Bücher stehen weltweit auf den Bestsellerlisten. Cassandra Clare lebt mit ihrem Mann, ihren Katzen und einer Unmenge an Büchern in einem alten viktorianischen Haus in Massachusetts.
 


Lovelybooks Lesesommer: Sommerleseliste und Aufgaben

Freitag, 10. Juli 2015


Hach, ich liebe Lovelybooks.de! Und ich liebe den Sommer, mit seinen langen, warmen und und glitzernden Tagen. Im Winter verkrieche ich mich gerne mal mit einem guten Buch und einer Tasse Tee auf meinem Sofa und lese auch mal den ganzen Tag.

Buchrezension: Die Seelen der Nacht [All Souls] | Deborah Harkness

Freitag, 3. Juli 2015





Preis: 19.99 € / CHF 26.90      
Alter ab: -        
Seitenzahl: 800 Seiten
Maße: 150.00 mm / 227.00 mm
Einbandart: gebunden
Verlag:

Handlung


Eine Liebe, größer als das Leben selbst ...

Diana Bishop ist Historikerin mit Leib und Seele. Dass in ihr zudem das Blut eines uralten Hexengeschlechts fließt, versucht sie im Alltag mit aller Kraft zu ignorieren. Doch als Diana in der altehrwürdigen Bodleian-Bibliothek in Oxford ein magisches Manuskript in die Hände fällt, kann sie ihre Herkunft nicht länger verleugnen: Hexen, Dämonen und Vampire heften sich an ihre Fersen, um ihr das geheime Wissen zu entlocken - wenn nötig mit Gewalt. Hilfe erfährt Diana ausgerechnet von Matthew Clairmont, Naturwissenschaftler, 1500 Jahre alter Vampir - und der Mann, der Diana bald schon mehr bedeuten wird als ihr eigenes Leben ...

Was ich dazu sage... 


Die Geschichte startet mit dem Leben von Diana, sie arbeitet als Wissenschaftlerin und behandelt dabei alte Foliante und Papiere der Alchemie.
Ihre Eltern waren beide mächtige Hexen und kamen bei einem tragischen Unfall ums Leben. Diana war damals sieben Jahre alt und hatte sich seither gegen die Magie gewendet. Sie ist fest davon überzeugt, auch ohne Magie das Leben bewältigen zu können.

Als sie eines Tages das Manuskript Ashmole 782 zufällig in die Hände bekommt, werden die übernatürlichen Wesen auf sie aufmerksam. Scheinbar möchte jeder um jeden Preis dieses Buch, doch bisher ist es niemandem gelungen, es aufzuspüren. Diana muss aus der Bodleian Library flüchten und bekommt unverhofft Hilfe von einem Fremden, der ausgerechnet ein Vampir ist.

Der Schreibstil von Deborah Harkness ist sehr sicher und einfach zu lesen. Sie liebt es, ihre Leser mit winzigen Details zu versorgen, die die Geschichte noch besser, noch spannender machen.

Ich mag ihre Art zu erzählen, finde mich zum Glück nicht in einer Teenestory wieder, in der sich die Protagonistin wiedereinmal nicht entscheiden kann, wieder verletzlich gezeigt wird. Die Geschichte plätschert nicht einfach dahin, sie überrollt mich wie eine Welle. Und das macht sie gerade so unwiderstehlich.

Deborah Harkness führt ebenfalls einen Weinblog mit persönlichen Empfehlungen. Dass sie ihr Wissen in die Bücher einfliessen lässt, ist für mich nur einer der vielen positiven Aspekte.

Fazit


Ein gelungener und spannender Auftakt einer Fantasy-Triologie. Dieses Buch möchte man als Leser nicht aus der Hand legen. Viele übernatürliche Wesen, Konflikte untereinander, zentral ist aber die Liebesgeschichte von Diana und Matthew, die verschiedener nicht sein könnten.
 

Vita

 
Deborah Harkness ist Professorin für europäische Geschichte an der University of Southern California in Los Angeles. Für ihre wissenschaftlichen Arbeiten erhielt sie bereits mehrfach Stipendien und Auszeichnungen. Sie schreibt außerdem ein preisgekröntes Wein-Blog (goodwineunder20.blogspot.com).

Buchrezension: Feuerprobe [Everflame] | Josephine Angelini

 



Preis:
           


19.99 € / CHF 28.60       
Alter ab: 14 Jahre
Seitenzahl: 480 Seiten        
Maße: 150.00 mm / 210.00 mm
Einbandart: gebunden
Verlag:
 

Everflame - Feuerprobe ist das erste Band der Everflame Triologie. Band 2. und 3. sind noch nicht erschienen, voraussichtlich kommt Band zwei aber im Herbst 2015 in den Handel.

Handlung


Liebe schmerzt. Welten kollidieren. Feuer tötet. Feuerrote Locken, unglücklich verliebt und so ziemlich gegen alles allergisch, was es gibt: Lily Proctor ist 17 und die Außenseiterin an der Highschool von Salem. Lily wünscht sich nichts mehr, als von hier zu verschwinden - und findet sich in einem furchterregenden anderen Salem wieder, in dem mächtige Frauen herrschen. Die stärkste und grausamste dieser "Crucible" ist Lillian - und Lily wie aus dem Gesicht geschnitten. Sind Lilys Allergien und Fieberschübe tatsächlich magische Kräfte und ist sie selbst eine Hexe? In einem Strudel aus gefährlichen Machtkämpfen und innerer Zerrissenheit, begegnet Lily sich selbst - und einer unerwarteten Liebe. Ein mitreißender Pageturner mit starken Gefühlen: schicksalhafte Entscheidungen, Magie, Spannung und Liebe mit einer Heldin zwischen zwei Männern, zwei Welten und zwei Identitäten.

Meinung


Protagonistin ist hier Lily Proctor, ein 17 jähriges Mädchen, welches in Ihrer Welt nicht besonders beliebt ist. Warscheindlich liegt es daran, dass sie ständig Allergien hat und somit für den meisten Spass leider nicht zu haben ist. Nach einem Zwischenfall auf einer Party ist Lilys wunsch eigentlich nur, von ihrer Heimat Salem, wegzukommen. Aber wie sagt man so schön: be careful what you wish for!

Das Konzept einer Fantasy-Triologie basierend auf Parallelwelten finde ich unglaublich spannend, daher habe ich mich problemlos in die Geschichte einlesen können. Die Parallelwelten sind gut beschrieben und die Charaktere sehr sympatisch. Man fiebert teilweise sogar richtig mit.

Was mir an der Geschichte aber nicht gefallen hat, war der offensichtliche Versuch der Autorin, Lilly "anders" darzustellen. Zum Beispiel der Fakt, dass Lilly vegan ist und sich scheinbar für die Umwelt und Tiere einsetzt. Versteht mich aber nicht falsch: normalerweise bin ich die Erste, die das bejubeln würde. Nur passte das Ganze nicht in diese Fantasy-Geschichte mit Parallelwelten. Es gab bereits viele neue Informationen, welche der Leser verarbeiten musste und solche kleine Fakten haben mich immer wieder aus der Geschichte geworfen.

Fazit


Eine durchschnittliche Teenagerin hat plötzlich die Chance, eine Parallelwelt von bösen Hexen zu retten, nebenbei entsteht noch eine vielversprechende Romanze. Jep, vielleicht kennen wir das Konzept des unscheinbaren Teenagermädchens schon zur Genüge, das Buch ist eure Zeit aber allemal wert.
 

Vita

 
Josephine Angelini wurde in Massachusetts/ USA geboren. Sie studierte Angewandte Theaterwissenschaft an der Tisch School of the Arts, New York University. Dabei interessierten sie besonders die tragischen Helden der griechischen Mythologie. Josephine Angelini lebt mit ihrem Ehemann, einem Drehbuchautor, und drei Katzen in Los Angeles.

 
Design by Mira Dilemma.
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